Kleider machen Leute
   

Materialien

Deutung und Adaption

   
 
Materialien

 
Zusammenfassung

Personen

Hauptpersonen

Gegenspieler

Nebenpersonen

Strapinski, Schneidergeselle

 

Wirt (Zur Waage)

Nettchen, Tochter des Amtsrates

Melchior Böhni, Buchhalter

Amtsrat

 

 

Goldacher und Seldwyler

 

Zusammenfassung

Aus:
Kindlers neues Literaturlexikon © CD-ROM 1999 Systhema Verlag GmbH, Buchausgabe Kindler Verlag GmbH

 

 
Wie heißt Strapinski?

Was niemand weiß:

Keller gab dem Schneider Strapinski zuerst gar keinen Vornamen:

Nun mußte es sich aber fügen, daß dieser, ein geborener
Schlesier, wirklich Strapinski hieß ...

So heißt es zuerst im Druckmanuskript, und erst später wurde eingefügt:

... wirklich Strapinski hieß, <Wenzel Strapinski> ...

Noch als Nettchen nach der verhängnisvollen Hochzeit ihren Gatten sucht, findet sie im Schnee ... wen? Einen Mann, namens „Julian“. Erst als sie ihm kurz darauf voll Angst den „Taufnamen“ ins Ohr ruft, heißt dieser „Wenzel“. Zusammen mit Nettchen scheint Keller erst zu diesem Zeitpunkt den gültigen Vornamen der Hautperson gefunden zu haben: nämlich dort, wo ihre Liebe ihn erkennt. Erst jetzt fügte Keller den Namen Wenzel auch an der oben zitierten früheren Stelle ein und benennt den „Julian“ in Wenzel um.

Das sind die Gesetze, nach denen Literatur entsteht!

 
Literaturhinweise, Internet

http://www.klett-verlag.de/deutsch/pdf/lk_kleider.pdf

 

 
Deutung und Adaption

 
Kellers „Hans im Glück“

Aus: Klaus Jeziorkowski: Gottfried Keller Kleider machen Leute. Text, Materialien, Kommentar. München u. Wien: Hanser 1984, S. 132-134.

 
Die musikalische Komödie von Alexander Zemlinsky

Es gibt auch eine Vertonung von Kleider machen Leute, enstanden 1906, eine „Musikalische Komödie in 1 Vorspiel und 2 Akten“. In der frei mit der Vorlage verfahrenden Oper treten unter anderen auch Adam und Frau Litumlei aus Der Schmied seines Glückes auf.

Hier die Daten dazu, entnommen der sehr informativen Internetseite www.universaledition.com:

Textdichter: Leo Feld

Rollen:

Wenzel Strapinski, Tenor / Sein Meister, Sprechrolle / 1. Schneidergeselle, Tenor / 2. Schneidergeselle, Bariton / Der Amtsrat, Bariton / Nettchen, Sopran / Böhni, Bariton / Kutscher, Bariton / Litumlei, Baß / Federspiel, Tenor / Häberlein, Tenor / Der Wirt, Bariton / Pütschli, Bariton / Ein Prologus, Sprechrolle / einige kleinere Partien

Besetzung:

1. Flöte; 2. Flöte; kleine Flöte (+ Fl.); 1. Oboe; 2. Oboe; 3. Oboe (+ Eh.); 1. Klarinette in B; 2. Klarinette in B; 3. Klarinette in B (+ Kl.(A); Kl.(Es); Kl.(D)); Bassklarinette; 1. Fagott; 2. Fagott; 3. Fagott; 1. Horn in F; 2. Horn in F; 3. Horn in F; 4. Horn in F; 1. Trompete in C; 2. Trompete in C; 3. Trompete in C; 1. Posaune; 2. Posaune; 3. Posaune; 4. Posaune; Basstuba; Pauken; Harfe; Celesta; Schlagzeug; Violine I; Violine II; Viola; Violoncello; Kontrabass; Klarinette in B; kleine Klarinette in D; 1. Horn in F; 2. Horn in F; Trompete in C; Klavier; Violine I; Violine II

Dauer (min): 100 Min.

Uraufführung: Wien 1910

 

 
Verfilmung von Helmut Käutner (1940)

Filmklassiker mit Heinz Rühmann, Hertha Feiler u. a.

Der Film verfährt sehr frei mit Kellers Vorlage. Der vermeintliche polnische wird zum russischen Grafen, wobei auch der rechtmäßige Graf selbst auftritt, der Buchhalter Melchior Böhni ist ein Schneider usw. Kellers Novelle wird hier eigentlich als Operette vorgeführt.

Als Video-Kassette erhältlich.

Übrigens gab es schon 1922 einen Stummfilm von Hans Steinhoff mit Hans Moser als Notar; Hugo Thimig, Hermann Thimig, Dora Kaiser, u.a.

(Mitteilung von Albert Davy)




20.9.2004 / W. Morgenthaler