Die drei gerechten Kammmacher
   

Materialien

 
   
 
 
Personen


Hauptpersonen

Gegenspieler

Nebenpersonen

Jobst, ein Sachse

Züs Bünzlin

Kammmacher-Meister

Fridolin, ein Bayer

 

Seldwyler

Dietrich, ein Schwabe

 

 

 

Züs Bünzlin predigt den drei Kammmachern von ihrer eigenen Weisheit.

 

Holzschnitt von Ernst Würtenberger

(Gottfried Keller: Die drei gerechten Kammacher. Leipzig, Kurt Wolff Verlag 1918, S. 51)

 

 
Zusammenfassung

<Erzählung von Gottfried Keller, erschienen 1856 im ersten Band des Novellenzyklus Die Leute von Seldwyla.>

Die satirische Erzählung will zeigen, „daß nicht drei Gerechte lang unter einem Dach leben können, ohne sich in die Haare zu geraten“; sie verspottet jene „blutlose Gerechtigkeit“, die „niemandem zuleid lebt, aber auch niemandem zu Gefallen“. –

Die drei Gesellen einer kleinen Kammfabrik, Jobst, Fridolin und Dietrich, sind im Gegensatz zu den leichtlebigen Seldwylern Muster an Verträglichkeit, Fleiß und Sparsamkeit, dabei aber phantasielos, habsüchtig und beschränkt. Jeder von ihnen faßt für sich den heimlichen Plan, das Geschäft seines Brotgebers zu erwerben und die Seldwylerin Züs Bünzlin, eine Jungfer mit bescheidenem Vermögen, zu ehelichen. Diese nicht weniger berechnende, kaltherzige und engstirnige Person, die über ein Arsenal nichtigen Plunders und eine phrasenhafte Halbbildung verfügt, hält die drei Bewerber mit tugendhaften Reden hin, bis es zu einer Szene kommt, deren groteske Symbolik das Lächerliche ins Unheimliche wendet: Bei einem vom Lohnherrn, der nur einen der drei Gesellen behalten kann, spaßhaft verordneten Wettlauf verfehlen Jobst und Fridolin, unter dem Gespött der Seldwyler verbissen einander behindernd, das Ziel, während der schlauere Dietrich gar nicht erst mitrennt, sondern statt dessen bei Züs sein fragwürdiges Glück macht, die nun als seine Braut das Kammachergeschäft kauft. Jobst erhängt sich, und von Fridolin hört man später nur, daß er ein „liederlicher Mensch“ geworden sei. F. W. W.

Lexikon der Weltliteratur, München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1997, Bd. 3, S. 268.

 

Radierung von Alfred Cossmann,
Wien 1915

 

 
Eine heutige Theateradaption: „Neue Mitte“

Von Samuel Schwarz und Raphael Urweider.
Im Studio des Maxim Gorki Theater Berlin
(14. September 2001 bis 2.3.2003)

Besprechung:

SUEDDEUTSCHE ZEITUNG, 19.11.2001

Die Website (mit weiteren Kritiken)

 

fabian krüger,

norman schenk

siegfried teerporten

 

 



20.9.2004 / W. Morgenthaler