Keller als Staatsschreiber
   

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Das Staatsschreiberamt

Die beiden Staatsschreiber wurden aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung vom Regierungsrat des Kantons Zürich in geheimer Abstimmung gewählt. Zu den Aufgaben des Staatsschreibers gehörte (nach Wysling 1990, S. 235):

Das Staatsschreiber-Amt verwaltete Gottfried Kelle von 1861-1876 – entgegen aller Skepsis, die seiner Wahl vor allem von konservativen Kreisen entgegengebracht wurde – in vorbildlicher Weise. Nach dem Sturz des liberalen „Systems" wurde er trotz politischer Differenzen 1869 von der neuen demokratischen Regierung in seinem Amt bestätigt (die zweite Staatsschreiberstelle wurde 1871 im Zuge der Reformen abgeschafft).

 

Kellers Bewerbung

(Original im Staatsarchiv Zürich)

 

 
Die Regierungsratsprotokolle

Die Regierungsratsprotokolle

Als Staatsschreiber nahm Gottfried Keller an den Sitzungen der Kantonsregierung teil, die er zu protokollieren hatte. Hunderte von zum Teil sehr umfangreichen Protokollen entstammen dieser Tätigkeit..

Der Arbeitsvorgang verlief in drei Schritten:

  • Festhalten des Sitzungsverlaufs in Stichworten
    (Notizbücher)
  • Erstellen von zweispaltigen Brouillons
    mit ausführlicher Darstellung der Materie
  • Erstellen von Reinschriften in der Kanzlei, die dann gebunden und archiviert wurden

Im Nachlaß der Zentralbibliothek Zürich sind 3 Notizhefte und 11 Notizbücher (Ms. GK 52-65) aufbewahrt, in denen Keller den Verlauf der Verhandlungen in Stichworten notierte.

Sie enthalten zum Teil Kritzeleien und Randzeichnungen, die aber keinen direkten Bezug zu den Notizen aufweisen.

Beispiele aus Ms. GK 53 und 55:

Eine ausführlichere Darstellung des Themas findet sich in HKKA 29      




20.9.2004 / W. Morgenthaler