Beispieltexte zum Kalender
   

Briefe, Traumbuch

Sonstige Dokumente

   
 
Briefe, Traumbuch

 
Briefe von Keller

 

25. 6. 1855 Keller an Hermann Hettner

<ZB: Ms. GK 77 Nr. 15/22 – GB1, S. 413>
 

Hettners Antwort vom 27. 6. 1855:


 

17. 10. 1855 Keller an Mutter und Schwester

<ZB: Ms. GK 78 Nr. 1/46 – GB1,127>
 


Ich bin leider noch nicht im Stande, heimzukommen, obgleich ich ganz gewiß darauf gerechnet hatte; denn ich habe viel Aerger und Zerwürfnisse mit den Buchhändlern gehabt. [...] Wenn ich so einen ganzen Winterabend zu Hause bin, so kostet derselbe, damit Ihr seht, wie theuer es ist, folgendes: für etwa 3 Groschen Oel, für 6 Groschen Thee, Butterbrod und etwas schlechte Wurst, für 2 Groschen Holz, welches zusammen 11 Groschen macht oder 1 Franken und 3 Batzen. Wenn ich freilich 6 Stunden nacheinander schreibe, so habe ich für 8 bis 10 Thaler geschmiert, aber das kann man nicht so Tag für Tag nehmen. Doch genug von diesen Lumpereien; Ihr seht wenigstens, daß mir endlich etwas Geld durch die Hände geht und daß die Zwischenräume immer kleiner werden, wo ich keines habe, und somit wird es wohl bald anders kommen.


 

17. 08. 1843 Keller an Julius Fröbel

<ZB: Ms. GK 78t – GB 4, S. 11> 

Hochgeehrter Herr! 

                 

    Ich habe mich nämlich, von der Zeit heftig angeregt, diesen Sommer mit anliegenden Dichtungsversuchen beschäftigt. – Da nun aber einerseits meine Verhältnisse mir nicht gestatten, mich mit absichts- und zwecklosen Tändeleien herumzutreiben, anderseit's ich aber über die Tauglichkeit dieser Versuche und überhaupt über meine Fähigkeit dazu in einem trostlosen Dunkel bin: so nehme ich mir die Freiheit, Ihnen, verehrtester Herr! einen Theil dieser Gedichte zu übersenden, mit der etwas unbescheidenen Bitte, dieselben, so weit es Ihre Zeit erlauben dürfte, gelegentlich durchzusehen, und mir dann, wenn ich Ihnen so viel Mühe machen darf, durch ein Par Worte zu berichten, ob und wann ich die Lieder mit Ihrem Urtheile bei Ihnen abholen dürfe?

                 
 
Briefe an Keller

 

8. 8. 1850 Eduard Vieweg an Keller

<ZB: Ms. GK 79f3 Nr. 111> 

Braunschweig, 8 Aug 1850.

 

Keller hatte am 28. Februar 1850 die ersten Manuskriptseiten für den Grünen Heinrich an Vieweg übersandt, „damit der Druck endlich bald beginnen kann“. Nach Viewegs Mahnung übersandte Keller am 23. August 1850 wiederum „etwas Manuskript“ (bis dahin insgesamt 54 Seiten), mit der Bitte, „den Druck nun unverzüglich anfangen zu lassen“. Der Roman sollte im November 1850 erscheinen. In der Folge begann das jahrelange Hin und Her zwischen Autor und Verleger. Die ersten drei Bände wurden schließlich Ende 1853, der vierte Band im Mai 1855 ausgeliefert.

 


 

Friedrich Nietzsche an Gottfried Keller, 1. 5. 1883           

Von Herzen Sie
verehrend
Prof Dr Nietzsche

  

 
Aus dem Traumbuch 1846

ZB: Ms. GK 5

Die Eintragung des Traumes erfolgte erst am 15. September des folgenden Jahres.

 

 
Sonstige Dokumente

 
Aus dem Tagebuch von Julius Rodenberg

Tagebuch, 29. 8. 1878

Bei dem „neuen Novellencyclus“ handelt es sich um das Sinngedicht, welches 1881 in Rodenbergs Deutscher Rundschau vorabgedruckt wurde.

  

Tagebuch, 31. 8. 1877

  
 
Kellers Attacke auf Ferdinand Lassalle

aus: Jakob Baechtold: Gottfried Kellers Leben. Seine Briefe und Tagebücher, Bd. 2, 4. Aufl., Stuttgart u. Berlin 1903, S. 320 f.  

 
 
Anzeigen

 

Todesanzeige von Kellers Schwester Regula

 


 

Todesanzeige von Gottfried Keller

 

 

 

 

 

25. 08. 1879 Neue Zürcher-Zeitung, Nr. 396


 
Aufruf zu einer Volksversammlung in Uster 1860

An die Wahlmänner des Kantons Zürich!

Wir befinden uns in der seltsamen Lage, daß der Stand Zürich, während er in seinem Innern gewissenhaft und geschickt verwaltet wird, in den eidgenössischen Räthen zum guten Theil nicht auf eine Art vertreten ist, die ihm angemessen genannt werden kann.

Es sind theilweise Unselbständigkeit der Gesinnung in den Angelegenheiten des Gesammtvaterlandes, theilweise Marklosigkeit und Verschliffenheit der Grundsätze, welche in dieser widersprechenden Erscheinung zu beklagen sind und nur durch die herkömmliche Theilnahmlosigkeit an den Wahlen ermöglicht werden.

Die Rede davon geht seit Jahr und Tag unter allen unabhängigen Leuten; aber seit dem Savonerhandel ist die hohe Wünschbarkeit einer theilweise neuen Vertretung im Nationalrathe dringlich an's Licht gebracht worden. Es handelt sich nicht darum, Personen von Talent, Thätigkeit und verdientem Ansehen aus dieser Vertretung zu beseitigen, sondern an Stelle jener müßigen Elemente Männer von ernstem und entschlossenem Charakter zu setzen.

Fünfzig Bürger aus verschiedenen Bezirken sind am 30. Herbstmonat in Zürich zusammengekommen, um die Möglichkeit und die Mittel einer solchen Erneuerung zu berathen und sie haben sich ermuthigt gefühlt, ihre Mitbürger zu einer weiteren Zusammenkunft auf Sonntag den 7. Weinmonat in Uster einzuladen.

Wir gehören nicht zu denen, welche im besagten Savonerhandel Ehre und Wohlfahrt des Vaterlandes schon verscherzt sehen. Diese Güter werden nicht über Nacht verscherzt, und es gehört allerdings eine gewisse Leichtfertigkeit dazu, sie bei jeder Gelegenheit ohne Weiteres für verloren auszugeben. Die Dinge haben vielmehr den Verlauf genommen, den sie einstweilen bei dem zu großen Vertrauen auf schweizerischer Seite und bei dem Mißbrauch desselben nehmen mußten. Denn das Schweizervolk beschreitet, nach langer Ruhe nach Außen, nur zögernd und bescheiden die gefahrvolle Bahn des handelnden Auftretens unter den fremden Gewaltmächten.

Jedoch der Tag, an dem es heißt: bis hieher und nicht weiter, kann schwerlich ausbleiben, und Angesichts dieses drohenden Tages können wir aus manchem Vorgefallenen und aus der ganzen Manier, wie von unserer Seite in Bern verfahren wurde, nicht das nöthige Vertrauen für die Zukunft fassen.

Angesichts dieses Tages gilt es, statt ferner zu einer kleinlichen Schlauheit, welche der notorischen Verschlagenheit des
gegnerischen Gewalthabers doch nicht gewachsen ist, unsere Zuflucht zu nehmen, diese vielmehr in das gute, altschweizerische Volksthum zu setzen.

Angesichts dieses Tages gilt es, unsern bisherigen Wortführern in der Bundesversammlung Männer an die Seite zu geben, welche ihrer Persönlichkeit nach befähigt und gesonnen sind, die Kraft dieses Volksthumes, das einzig wirksame Mittel, in die Wagschaale zu werfen.
      [...]

Wir sind wohl eingedenk des Spruches: Als Demuth weint und Hochmuth lacht, da ward der Schweizerbund gemacht! Aber es ist die Demuth, welche durch eine gerechte Sache stark wird, welche auch wir fort und fort der kleinen Zahl unseres Volkes innewohnend wünschen, es ist die Demuth, welche sich nicht aus Furcht in eine unzulängliche und thörichte Weltklugheit verwandelt.

Die Versammlung wahlberechtigter Züricher und Schweizerbürger wird am 7. dieß im Kreuz zu Uster, Vormittags 10 Uhr stattfinden, und wir laden Alle, welchen diese Sache am Herzen liegt, freundschaftlich zu zahlreicher Theilnahme ein.

      {Zürich}, den 2. Oktober 1860.
 
      Das von der Versammlung gewählte Komite:
 

 


.20.9.2004 / W. Morgenthaler